Neurexan: Warum es nur manchmal Wirkung zeigt - Erfahrungen

Immer wieder bekomme ich Fragen wie:
„Warum wirkt Neurexan bei mir nicht?“
Und direkt danach: „Warum glauben dann so viele Menschen, dass es wirkt?“

In diesem Beitrag schauen wir uns genau das an – sachlich, wissenschaftlich und ohne Polemik.

Was ist Neurexan überhaupt?

Neurexan ist ein homöopathisches Kombinationspräparat. Laut Hersteller wird es eingesetzt bei:

  • nervöser Unruhe

  • stressbedingter Anspannung

  • Einschlafstörungen

  • Prüfungs- und Belastungssituationen

Die enthaltenen Bestandteile sind unter anderem homöopathisch stark verdünnte Substanzen wie:

  • Hafer (Avena sativa)

  • Kaffee (Coffea arabica)

  • Passionsblume (Passiflora incarnata)

Wichtig: Es wird nicht zur Behandlung schwerer psychischer Erkrankungen wie Psychosen, schweren Depressionen oder bipolaren Störungen empfohlen.

Wie soll Neurexan wirken?

Laut Hersteller wirkt es:

  • beruhigend

  • ausgleichend

  • schlaffördernd

Aus wissenschaftlicher Sicht sieht die Lage allerdings anders aus.

Es gibt keinen gesicherten pharmakologischen Wirkmechanismus. Das bedeutet:
Es konnte bislang nicht überzeugend nachgewiesen werden, wie oder warum die stark verdünnten Inhaltsstoffe eine spezifische Wirkung im Körper entfalten sollten.

Die Studienlage ist begrenzt und nicht eindeutig. Einige Studien wurden vom Hersteller finanziert, unabhängige hochwertige Wirksamkeitsnachweise fehlen.

Warum wirkt Neurexan bei manchen Menschen nicht?

Wenn ein Präparat keinen belegten pharmakologischen Wirkmechanismus hat, ist es nicht überraschend, dass es bei vielen Menschen keine spürbare Wirkung zeigt.

Gerade bei:

  • ausgeprägten Angstzuständen

  • deutlichen Schlafstörungen

  • depressiven Symptomen

  • Frühwarnzeichen einer Psychose

  • massiver Alltagsbeeinträchtigung

ist Neurexan nicht ausreichend wirksam. Hier sind evidenzbasierte Therapien notwendig – etwa Psychotherapie oder wissenschaftlich geprüfte Medikamente.

Warum glauben trotzdem viele Menschen, dass es wirkt?

Hier kommen mehrere psychologische Mechanismen ins Spiel.

1. Der Placeboeffekt

Der Placeboeffekt ist real und messbar.

Er bedeutet: Die Erwartung einer Wirkung kann tatsächlich körperliche Veränderungen auslösen. Dabei werden unter anderem Botenstoffe wie Endorphine, Dopamin und Serotonin beeinflusst.

Gerade bei:

  • Unruhe

  • Angst

  • Stress

  • Schlafproblemen

  • Schmerzen

kann dieser Effekt besonders stark sein.

Der Körper reagiert also nicht auf die Substanz – sondern auf die Erwartung, dass sie hilft.

2. Der natürliche Verlauf von Beschwerden

Viele Beschwerden sind:

  • schwankend

  • stressabhängig

  • selbstlimitierend

Man nimmt ein Mittel – einige Tage später geht es besser. Das Gehirn verknüpft:
„Das Mittel hat geholfen.“

Dass es auch ohne Einnahme besser geworden wäre, bleibt unsichtbar.

3. Confirmation Bias

Der sogenannte Bestätigungsfehler sorgt dafür, dass wir uns Situationen merken, in denen etwas geholfen hat – und Misserfolge ausblenden oder erklären.

„Gestern war ich ruhiger – also wirkt es.“

Unser Gehirn sucht Bestätigung, nicht Widerlegung.

4. Die symbolische Wirkung von Medizin

Medizin wirkt auch als Ritual:

  • Tablette einnehmen

  • Packungsbeilage lesen

  • Empfehlung durch Arzt oder Apotheker

  • „Ich kümmere mich um mich“

All das signalisiert Sicherheit und Kontrolle. Auch das kann Stress reduzieren – unabhängig von einer pharmakologischen Wirkung.

5. Soziale Weitergabe

Empfehlungen von:

  • Freunden

  • Familie

  • Apothekerinnen und Apothekern

  • Ärztinnen und Ärzten

verstärken die Erwartungshaltung – und damit den Placeboeffekt.

Warum ist Neurexan überhaupt zugelassen?

Hier wird es wichtig zu differenzieren.

Neurexan ist als homöopathisches Arzneimittel registriert. Für viele homöopathische Präparate gilt in Deutschland und der EU:

  • Es muss keine klassische Wirksamkeitsprüfung wie bei konventionellen Medikamenten durchlaufen.

  • Es genügt der Nachweis von Qualität und Unbedenklichkeit.

  • Die Registrierung erfolgt unter speziellen arzneimittelrechtlichen Regelungen für Homöopathika.

Das bedeutet:
Die Zulassung ist kein Beleg für nachgewiesene Wirksamkeit, wie bei Quetiapin oder Olanzapin, sondern bestätigt vor allem, dass das Präparat sicher ist und den regulatorischen Anforderungen entspricht.

Ist Neurexan gefährlich?

Direkt betrachtet:
Es sind keine relevanten Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen bekannt. Aufgrund der starken Verdünnung gilt es als gut verträglich.

Problematisch wird es jedoch, wenn:

  • schwere Angststörungen

  • Depressionen

  • Psychosen

  • massive Schlafstörungen

ausschließlich damit behandelt werden und notwendige medizinische Hilfe unterbleibt.

Hier kann der Verzicht auf wirksame Therapie ernsthafte Folgen haben.

Fazit - Warum nicht alle gute Neurexan Erfahrungen machen

Neurexan wirkt aus wissenschaftlicher Sicht nicht über einen nachweisbaren pharmakologischen Mechanismus.

Wenn Menschen eine Wirkung verspüren, ist diese sehr wahrscheinlich auf:

  • den Placeboeffekt

  • natürliche Schwankungen der Beschwerden

  • Erwartungshaltung

  • psychologische Effekte

zurückzuführen.

Das bedeutet nicht, dass Menschen sich ihre Besserung „einbilden“.
Der Placeboeffekt ist real – nur beruht er nicht auf der Substanz selbst.

Bei leichten, vorübergehenden Beschwerden mag das ausreichen.
Bei ernsthaften psychischen Symptomen sollte jedoch immer eine evidenzbasierte Behandlung erfolgen.

Gesundheit verdient mehr als Hoffnung – sie verdient Wirksamkeit.

 


ÜBER DEN AUTOR

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Auf dieser Seite zeige ich dir, wie ich meine Schlafprobleme ein für alle mal gelöst habe!

Endlich frei von Ein- und Durchschlaf-Problemen!

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